Informationen zum ökologischen Umgang mit Kopiergeräten

Energiesparen

Der Energieverbrauch in Kopierläden belastet nicht nur die Umwelt. Er ist auch ein wichtiger Kostenfaktor. Die Verwendung von Strom im Kopierladen ist unvermeidbar. An vielen Stellen jedoch können Sie mit geringem Aufwand Strom und Kosten sparen.



Kopiergeräte

Viele Kopiergeräte verbrauchen auch im ausgeschalteten Zustand nicht unerheblich Strom zur elektrischen Beheizung der Fotoleitertrommel. Zum Erreichen einer guten Kopierqualität genügt es allerdings, die Kopiergeräte eine Stunde vor Betriebsbeginn mit dem elektrischen Stromnetz zu verbinden.

Zwischen die Kopiergeräte und die Steckdosen können Sie Schaltuhren montieren. Sie sollten diese so programmieren, daß die Kopiergeräte eine Stunde vor der Öffnung des Kopierbetriebs mit dem Stromnetz verbunden werden und sich eine halbe Stunde nach Ladenschluß wieder vom Stromnetz abkoppeln.

Die Materialkosten dafür betragen 50 DM pro Schaltuhr. Auf Grund der Energieeinsparung hat sich diese Anschaffung nach einem Jahr amortisiert.




Hochleistungskopiergeräte

Mit dem Hochleistungskopierer bearbeitet Herr Copy seine größeren Kopieraufträge. Bisher hat er das Gerät am Morgen eingeschaltet und abends ausgeschaltet. Die Stromverbrauchsmessung des Energieberaters ergab, daß dies Gerät in Betriebsbereitschaft über 500 W an elektrischer Leistung benötigt. Ab sofort schaltet Herr Copy seinen Hochleistungskopierer erst einige Minuten vor Durchführung seiner größeren Kopieraufträge ein. Dadurch verkürzt sich die Betriebszeit dieses Kopiergerätes erheblich und der jährliche Stromverbrauch verringert sich um über 1000 kWh. Herr Copy spart allein durch die Änderung seines Nutzerverhaltens jährlich ca. 350,- DM an Stromkosten, ohne eine Mark dafür investieren zu müssen.



Leuchtstofflampen

In Kundenräumen von Kopierläden werden häufig Leuchtstofflampen eingesetzt, die mit konventionellen Vorschaltgeräten ausgestattet sind, was gegenüber elektronischen Vorschaltgeräten einen Strommehrverbrauch von 25 % ausmacht. Wenn sich die Leuchtstofflampen in Leuchten mit einer Transparentabdeckung befinden und ungünstig an den Deckenrändern angeordnet sind, wird der Lichtstrom der Lampen unnötig abgeschwächt.

In solch einem Fall ist es sinnvoll, die alten unwirtschaftlich arbeitenden Leuchten zu demontieren und diese durch moderne Spiegelrasterleuchten mit 3-Banden- Leuchtstofflampen und elektronischen Vorschaltgeräten ersetzen zu lassen. Der Investitionsaufwand beträgt 35 DM pro qm Kundenraumfläche. Er ist dort wirtschaftlich, wo eine hohe jährliche Beleuchtungsdauer nötig ist, z.B. bei der Allgemeinbeleuchtung in den Kundenräumen.




Energiesparlampen

Durch den Austausch von Glühlampen gegen Energiesparlampen können Sie ebenfalls Strom und Geld sparen. Bei gleicher Helligkeit verbrauchen Energiesparlampen im Vergleich zu Glühlampen nur ein Fünftel der Strommenge. Bei einem Anschaffungspreis von 35 DM pro Lampe hat sich die Investition nach einem Jahr amortisiert, wenn die Lampen über 3000 Stunden im Jahr betrieben werden.



Andere Stromverbraucher

Elektrisch beheizte Pressen zum Bedrucken von T-shirts werden beim Pressen auf 180° C aufgeheizt. Nach Beendigung des Druckvorgangs werden sie häufig auf 100° C abgekühlt und dort in Bereitschaft gehalten. Dies verbraucht viel unnötigen Strom. In einem Betrieb, der nur 3 T-shirts pro Tag bedruckt, können 300 kWh und 100,- DM im Jahr gespart werden, wenn die Presse nur jeweils zum Gebrauch angeschaltet wird.





Geräteauslastung

Herr Copy betreibt neben einem Hochleistungskopiergerät und den kleineren Geräten für die Selbstbedienung zwei Kopiergeräte mit mittlerer Leistung (42 Kopien pro Minute). Diese sind für 5 000 bis 30 000 Kopien im Monat ausgelegt und verbrauchen im Bereitschaftszustand 400 Watt Strom. Seit einiger Zeit führt Herr Copy eine Statistik über die Auslastung der Kopiergeräte. Er ermittelt, daß die beiden Geräte, die überwiegend zur Selbstbedienung genutzt werden, nur mit je 10 000 Kopien im Monat ausgelastet sind. Dadurch verbrauchen sie unnötig Strom in Betriebsbereitschaft. Bei der nächsten Geräteerneuerung ersetzt er eines der beiden mittleren Geräte durch ein langsameres Kopiergerät (27 Kopien pro Minute) für die Selbstbedienung. Es verbraucht in Betriebsbereitschaft nur 150 Watt und ist für 3 000 bis 15 000 Kopien im Monat ausgelegt. Neben der Einsparung durch den geringeren Gerätepreis spart er jährlich 800 kWh Strom und damit 280 DM.



Stromtarife

Die Betrachtung der Stromtarife wird zur besseren Anschaulichkeit am Beispiel der untersuchten Betriebe des Branchenkonzeptes beschrieben. Alle untersuchten Kopierläden verbrauchten jeweils mehr als 10 000 kWh/a Strom. Der Anteil des Nachtstroms am Gesamtstromverbrauch betrug höchstens 10 Prozent. Für Kopierbetriebe mit diesen Voraussetzungen ist der 96-Stunden-Tarif ohne Zeitzonenregelung günstiger als der Basistarif für Gewerbekunden.

Die Kostenersparnis würde in den untersuchten Betrieben zwischen 9,5 und 13,5 % der Stromkosten betragen. Für die Tarifumstellung ist der Austausch der Zähler gegen Stromzähler mit 96-Stunden-Leistungsmessung erforderlich. Die Umbaukosten, welche von den Betreibern der Kopierbetriebe getragen werden müssen, liegen in der Regel bei 500,- bis 1500,- DM (netto). Diese hätten sich in den untersuchten Betrieben nach 0,3 bis 2,5 Jahren amortisiert.




Energieberatung

Jeder Besitzer eines Kopierladens kann eine individuelle Energieberatung in seinem Betrieb durchführen lassen. In der Regel wird dabei folgendermaßen vorgegangen: Zunächst wird in dem Kopierladen die energetische Situation analysiert. Dazu nimmt der Energieberater beim Ortstermin zunächst alle Energieverbraucher auf (Kopiergeräte, Beleuchtungsanlage, Heizungsanlage usw.) und befragt den Kopierladeninhaber nach dem Nutzerverhalten, welches den Energieverbrauch beeinflußt (Anzahl der monatlich gefertigten Kopien, Einschaltzeit der Beleuchtung usw.).

Weiterhin werden die Stromabrechnung und die Heizkostenabrechnung des Kopierbetriebs ausgewertet und der Zählerstand des Stromzählers während einer Woche vom Kopierladenbetreiber täglich notiert. Mit all diesen Angaben kann dann die energetische Situation im Ist-Zustand dargestellt werden.

Daran schließt sich eine Auswahl von vorgeschlagenen Maßnahmen zur Energieeinsparung (Strom und andere Energieträger) an. Die für die Maßnahmen notwendigen Investitionen und die durch die Einsparung erzielbaren Amortisationszeiten sind ebenfalls Bestandteil der Beratung. Eine Stromtarifberatung, bei welcher der kostengünstigste Tarif für den Kopierbetrieb ermittelt wird, schließt die Beratung ab.

Die Kosten der Energieberatung für einen Kopierbetrieb können durch Inanspruchnahme einer Förderung der Energiekurzanalyse auf 10% des Honorars begrenzt werden. Dies sind in der Regel weniger als 200 DM Eigenanteil (siehe S. 23 Ansprechpartner Senatsverwaltung für Wirtschaft und Technologie).




vorige Seite
Inhaltsverzeichnis
nächste Seite